Nach 35 Jahren Tätigkeit als Lehrkräfte am Ursulinengymnasium verabschiedeten sich am letzten Schultag Schulleitung, Kollegium und Schüler und Schülerinnen von zwei sehr geschätzten Kolleginnen, die die Schule fachlich und menschlich über Jahrzehnte geprägt haben: Ursula Müller-Frieding und Frau Ulrike Floren.
Beide kamen im September 1991 gemeinsam an das Ursulinengymnasium und beide verließen die Schule am letzten Schultag, um in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen.
Frau Müller-Frieding trat ihren Dienst 1991 als Lehrkraft für Russisch als erste Fremdsprache für den Unterricht von Aussiedler-Mädchen und -Jungen an. Von Beginn an zeichnete sich das Handeln von Ursula Müller-Frieding durch großes Engagement, hohe fachliche Kompetenz und besondere Verlässlichkeit aus. Frau Müller-Frieding hat mit ihren Fächern und ihrem anspruchsvollen Unterricht die Sprachfähigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler außerordentlich gefördert und einerseits viel dazu beigetragen, dass diese sich im Ausland verständigen können, andererseits hat sie den Sprachenunterricht auch als Möglichkeit und Chance der Vermittlung von Werten, wie Engagement, Fairness und Zuverlässigkeit verstanden, die sie auch selbst vorgelebt hat. Durch akribische Vorbereitung und engagierte Begleitung der Lernergebnisse setzte sie hohe Maßstäbe und stellte sicher, dass jede Schülerin und jeder Schüler gute Lernbedingungen vorfand.
Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit war in den ersten 15 Jahren die Integration von Aussiedlerinnen: Über viele Jahre koordinierte sie Fördermaßnahmen, begleitete Schullaufbahnen, unterstützte Schülerinnen und Eltern durch Übersetzungen und Beratung. Mit großem Einfühlungsvermögen trug sie entscheidend dazu bei, dass viele junge Menschen erfolgreich an der Schule und damit in ihrer neuen Heimat Fuß fassen konnten. Mit ihrem Einsatz für die Integration und Ausbildung der zunächst polnisch-, später russischsprachigen Internatsschülerinnen im Kloster der Ursulinen war sie eine zentrale Koordinatorin des erfolgreichen „Werler Modells“, eines besonderen schulischen Integrationsverfahrens für Aussiedlerschülerinnen und Aussiedlerschüler der Werler Gymnasien.
Neben dem regulären Unterricht lag ihr besonderes Augenmerk auch auf außerschulischen Bildungserlebnissen: Bei Veranstaltungen wie der französischen Abendveranstaltung „Soirée française“ und der Teilnahme an und Ausrichtung der „Russisch-Olympiade“ legte sie großen Wert auf eine gute Performance und eine klare pädagogische Begleitung der Teilnehmenden, oft über den Unterricht hinaus.
Als sich die schulischen Anforderungen zu Beginn der 2000er-Jahre wandelten, erwarb Frau
Müller-Frieding zusätzlich die Lehrbefähigung für Spanisch und zählte damit zu den
Wegbereiterinnen des Spanischunterrichts am Ursulinengymnasium. Darüber hinaus engagierte sie sich mit besonderem Einsatz für die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf das DELE-Sprachdiplom und seine Durchführung am UG.
Das Ursulinengymnasium dankt Frau Müller-Frieding herzlich für ihren langjährigen Einsatz, ihre Durchdachtheit pädagogischen Tuns, ihre Zuverlässigkeit, ihren Humor und ihre bemerkenswerte Verbundenheit mit der Schule.
Auch Frau Ulrike Floren verlässt nach 35 Jahren Diensttätigkeit das Ursulinengymnasium.
Sie trat im September 1991 mit den Fächern Deutsch und Katholische Religionslehre ihren Dienst am Ursulinengymnasium an, das sich nun von einer außergewöhnlich engagierten Lehrerin trennen muss, deren Aufgeschlossenheit, Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft sowie starke Identifikation mit dem besonderen Profil der katholischen Schule das Schulleben am Ursulinengymnasium entscheidend prägte. Rückblickend lässt sich sagen, dass Frau Floren eine besondere Lehrerin am Ursulinengymnasium war. Sie begleitete Generationen junger Menschen, gab ihnen Orientierung und prägte das Schulleben maßgeblich. Fachliche Kompetenz verband sie stets mit Menschlichkeit, Geradlinigkeit mit Herzlichkeit und Engagement mit Bescheidenheit. Vor allem lebte sie die Werte der Schule vor und vermittelte sie den Lernenden aller Jahrgangsstufen eindrucksvoll.
Über den Unterricht hinaus übernahm Frau Floren vielfältige Aufgaben innerhalb der Schulgemeinschaft: Sie initiierte das Projekt der Streitschlichtung am Ursulinengymnasium mit, gestaltete mit ihrem Kollegen Wilfried Pankauke literarisch musikalische „Ruinen-Konzerte“, setzte sich viele Jahre im Lehrerrat ein und organisierte den Tag der offenen Tür mit. Zwanzig Jahre lang war sie als Vertreterin des Kollegiums auch gewähltes Mitglied der Schulkonferenz. Außerdem brachte sie sich viele Jahre engagiert in der Fachschaft Schulseelsorge und in der Schulprogrammarbeit ein. Die Zusammenarbeit mit ihr war geprägt von Verlässlichkeit, Klarheit und der Fähigkeit, Menschen zusammenzuführen.
Bereits im Jahr 2001 wurde sie mit der verantwortungsvollen Aufgabe der Unterstufen-koordination betraut, die sie insgesamt 25 Jahre stets mit dem Blick auf das Wohlergehen der jüngsten Schülerinnen und Schüler erfüllte. Frau Florens Agieren zeichnet sich durch hohe pädagogische und fachliche Kompetenz sowie ein außerordentliches Engagement für die ihr anvertrauten Klassen, aber auch die Weiterentwicklung der Schule aus. In der Funktion der Koordinatorin für die Erprobungsstufe war sie seit 2007 als Studiendirektorin Mitglied der erweiterten Schulleitung unter anderem für die Organisation der Aufnahmegespräche, der Klasseneinteilungen und der Kennenlernnachmittage verantwortlich. Ein besonderes Interesse galt dem Kontakt zu den Grundschulen. Mit großem Feingefühl sorgte sie besonders für einen pädagogisch gut gestalteten Übergang von der Grundschule zum Gymnasium und prägte so nachhaltig die Integration und Begleitung der jüngsten Schülerinnen und Schüler, die ihr immer besonders am Herzen lagen. Frau Floren hinterlässt ein hervorragend bestelltes Aufgabenfeld und hat sich um den ihr anvertrauten Aufgabenbereich außerordentlich verdient gemacht.
Mit Ulrike Floren verabschiedet das Ursulinengymnasium eine Pädagogin, die Generationen von jungen Menschen begleitet, gefördert und geprägt hat. Für ihren jahrzehntelangen großen Einsatz, ihre Loyalität, ihre Menschlichkeit und ihre tiefe Verbundenheit mit den Werten der Ursulinen spricht ihr die gesamte Schulgemeinschaft großen Dank aus.
Ulrike Floren hat sich um das Ursulinengymnasium in besonderer Weise verdient gemacht.
Die Schulgemeinschaft dankt Frau Floren und Frau Müller-Frieding für ihr langjähriges Wirken, ihr verantwortungsvolles Engagement und ihre inspirierende Vorbildfunktion.
Das Ursulinengymnasium blickt mit Dankbarkeit auf das Wirken beider Kolleginnen zurück und hofft, dass deren positive Impulse weiterhin als Orientierung und Motivation lebendig bleiben. Der Schulleiter Konrad Beckmann schloss seine Abschiedsworte mit dem Wunsch, dass beide Lehrerinnen mit Stolz und Zufriedenheit auf das zurückblicken mögen, was sie geschaffen haben – und mit Neugier und Gelassenheit auf das, was vor ihnen liegt.
Für den nun beginnenden neuen Lebensabschnitt wünscht die Schulgemeinschaft beiden Kolleginnen Gesundheit, Freude, Gottes reichen Segen und viele erfüllte Momente.