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Am 2. und 7. Juli 2026 besuchten die Klassen 10a, 10c und 8c des Ursulinengymnasiums die Gedenkstätte Französische Kapelle in Soest – ein Ort, der auf den ersten Blick ruhig und unscheinbar wirkt, aber eine besondere Geschichte in sich trägt. Der Tag war Teil des Projekts „Gestern-heute-immer: 17 Gedenkstätten gestalten Zukunft“, bei dem Schülerinnen und Schüler aus ganz NRW Gedenkorte besuchen und sich mit Erinnerungskultur auseinandersetzen. 


Schon zu Beginn erfuhren wir, dass sich die Kapelle auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne befindet, die während des Zweiten Weltkriegs als Offizierslager (Oflag VI A) genutzt wurde. Ab 1940 waren dort rund 800 französische Offiziere in Kriegsgefangenschaft interniert. Außerdem wurden mehr als 30 sowjetische Offiziere dort festgehalten, die jedoch nicht nach den Bestimmungen der Genfer Konventionen behandelt wurden.
Während einer Führung durch die Ausstellung lernten wir die Geschichte dieses besonderen Ortes kennen. Unter den französischen Kriegsgefangenen befanden sich Professoren, Geistliche und andere Akademiker. Trotz ihrer Gefangenschaft gelang es ihnen, ihren Glauben zu leben und die Kapelle mit eindrucksvollen Wandmalereien zu gestalten. Die Bilder zeigen Motive aus den Evangelien sowie aus der Geschichte und den kulturellen Traditionen Frankreichs und verleihen der Kapelle bis heute eine einzigartige Atmosphäre.
Beeindruckend war auch der Raum, der den Namen „Universität“ trägt. Dort hielten Offiziere, die in ihrem zivilen Leben Universitätsprofessoren waren, Vorlesungen und ermöglichten sogar universitäre Abschlüsse. Es war erstaunlich zu sehen, welche Bedeutung Bildung und Gemeinschaft selbst unter den schwierigen Bedingungen der Gefangenschaft hatten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung war die Geschichte Soests während der Zeit des Nationalsozialismus. Anhand persönlicher Schicksale erfuhren wir, wie jüdische Soesterinnen und Soester entrechtet, verfolgt und vielfach in Konzentrations- und Vernichtungslagern, unter anderem Auschwitz, ermordet wurden. Zeitgenössische Filmaufnahmen vermittelten außerdem einen Eindruck vom Alltag der französischen Offiziere im Lager und von der Befreiung des Oflags am 6. April 1945 durch amerikanische Truppen.
Im zweiten Teil des Projekttages nahmen wir an einem Workshop des LWL Westfalen -Lippe zum Thema Antisemitismus teil. Dabei wurde schnell deutlich, dass Ausgrenzung und Vorurteile keine Themen sind, die nur der Vergangenheit angehören, sondern im Alltag vorkommen. Wir haben darüber gesprochen, wo Antisemitismus auch heute überall auftaucht: auf dem Schulhof, in Kommentaren unter Instagram Posts, in „Witzen“ oder in Sprüchen, die viele einfach so daher sagen, ohne sich etwas dabei zu denken. Was viele überrascht hat: Wie oft Antisemitismus ganz subtil daherkommt – und wie wichtig es ist, ihn zu erkennen und zu benennen. Gemeinsam haben wir erarbeitet, was man dagegen tun kann. Die Antwort war oft einfacher und gleichzeitig schwerer als gedacht: Hinsehen, nicht Weghören, Zivilcourage zeigen. Und vor allem: sich informieren und nicht wegschauen, auch wenn es unangenehm wird.
Der Tag in Soest war mehr als nur ein Ausflug. Er hat gezeigt, dass Gedenkstätten keine verstaubten Orte sind, die nur etwas mit der Vergangenheit zu tun haben. Sie sind Orte, die uns etwas für heute mitgeben und wir können jetzt sagen, dass die Erinnerung an das, was war, eng verbunden ist mit der Frage, wie wir heute und in Zukunft miteinander umgehen wollen.

25 Juni
EF: Compassion Praktikum
Datum 25.06.2026 - 15.07.2026

16 Juli
EF: Compassion-Nachbereitung
16.07.2026 07:45 - 09:15

16 Juli
EF: BO-Workshop (Entscheidungskompetenz)
16.07.2026 09:30 - 13:00

17 Juli
Zeugnisausgabe
17.07.2026

20 Juli
Sommerferien
20.07.2026 - 01.09.2026

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