Die Hanse lebt – und zwar mitten im Klassenzimmer. Im Rahmen des Schülerwettbewerbs „Hanse am Hellweg“ sind Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 des Mariengymnasiums und des Ursulinengymnasiums gemeinsam in einen spannenden Wettbewerb gestartet.
Der Auftakt stand ganz im Zeichen der Werler Salzgeschichte, die unsere Stadt über Jahrhunderte geprägt hat und bis heute sichtbar ist.
Ziel des Wettbewerbs ist es, regionale Geschichte kreativ und handlungsorientiert mit LEGO erlebbar zu machen. Unter dem Oberthema „Hanse am Hellweg“ beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit historischen Themen wie Rohstoffen, Handel, Stadtentwicklung und Siedlungsbau. Bis zum 18. März gestalten sie dazu eigene LEGO-Modelle mit starkem Lokalbezug zu Werl.
Auf den Spuren des „weißen Goldes“
Zum gemeinsamen Auftakt erhielten die Teilnehmenden eine fachkundige Einführung in die Salzgeschichte der Stadt. Tobias Gebhardt nahm die Gruppen mit auf eine spannende Reise in die Vergangenheit und erklärte anschaulich, warum Salz im Mittelalter als „weißes Gold“ galt und welche wirtschaftliche Bedeutung es für Werl hatte. Gemeinsam mit Marlene Blechinger von der Stadtinformation Werl begrüßte er die Schülerinnen und Schüler im Städtischen Museum Haus Rykenberg.
Ein besonderer Höhepunkt war die Führung durch das Museum. Dort konnten die Jugendlichen historische Exponate und Darstellungen zur Salzgewinnung aus nächster Nähe erleben. Alte Werkzeuge, Modelle der Siedehäuser sowie Informationen zur Arbeit der drei Werler Salinen verdeutlichten, wie aufwendig die Gewinnung des begehrten Rohstoffs war und wie stark er das Stadtbild beeinflusste.
Im Anschluss folgte ein Stadtrundgang durch Werl. Dabei wurde deutlich, wie präsent die Salzgeschichte noch heute ist: Straßennamen, historische Gebäude und ehemalige Standorte der Salinen erinnern an die Blütezeit der Salzproduktion. Stationen waren unter anderem die Probsteikirche mit dem Erbsälzeraltar, das Erbsälzerhaus „Von Lilien“, ein Austausch mit Paul Siedermann in der Salzstraße sowie der Abschluss im Kurpark am Gradierwerk mit einer kleinen Soleverkostung.
Geschichte wird Stein für Stein lebendig
Bis zum Aktionstag am 18. März arbeiten die Teams nun intensiv an ihren Projekten. Ob Saline, Handelsszene oder mittelalterliches Stadtviertel – gefragt sind Kreativität, Teamarbeit und ein historisch fundierter Blick auf Werl. Geschichte wird so nicht nur gelesen oder gehört, sondern Stein für Stein aufgebaut.
Betreut werden die Gruppen des Mariengymnasiums von Mathias Kemper. Vom Ursulinengymnasium nahm Stefan Mutke am Wettbewerbsauftakt teil. Darüber hinaus begleiten Dennis Polhout und Stephan Kienast das Projekt. Insgesamt nehmen jeweils zwei Schülergruppen pro Schule teil.
Der gemeinsame Auftakt hat bereits gezeigt: Die Bildungs-Hanse am Hellweg setzt neue Impulse und macht regionale Geschichte für junge Menschen lebendig erfahrbar. Gleichzeitig steht das Projekt für eine enge Kooperation in der Werler Bildungslandschaft. Austausch, gemeinsames Lernen und gegenseitige Inspiration stehen dabei im Mittelpunkt.
Ein weiterer gemeinsamer Termin ist bereits geplant: Am 6. März lädt das Mariengymnasium die Schülerinnen und Schüler des Ursulinengymnasiums ein. Herr Prünte wird in seiner Funktion als erster Vorsitzender des Vereins Saline Werl e. V. zusätzliche Einblicke in die Salzgeschichte und die aktuelle Vereinsarbeit geben.