„Bei uns am Ursulinengymnasium fühlen sich alle wohl – hier kann man abhängen …“
Das dachten sich offenbar auch mehrere Vertreter heimischer Fledermausarten. Bei einer Kon-trolle der unterirdischen Gänge der Schlossruine wurde deutlich: Die Ruine ist nicht nur ein spannender Ort für Geschichte und Lernen – sondern auch ein wichtiger Rückzugsraum für den Artenschutz.
Am Mittwoch untersuchte unser ehemaliger Schüler Nicolas Nierling von der Arbeitsgemein-schaft Biologischer Umweltschutz e. V. (Biologische Station Soest) die Schlossruine auf mögli-che Winterquartiere.
Lange musste er nicht suchen: Schon bald fand er die erste Wasserfledermaus gut geschützt an der Decke zwischen Ziegelsteinen. Insgesamt wurden vier Wasserfledermäuse (Myotis dauben-tonii) und ein Braunes Langohr (Plecotus auritus) gesichtet, die die Schlossruine zur Überwin-terung nutzen. Aufgrund der sehr günstigen Bedingungen – stabile Temperaturen, geschützte Spalten, passende Ein- und Ausflugmöglichkeiten und insgesamt wenig Störung – ist sogar zu vermuten, dass sich noch weitere Tiere dort aufhalten.
Fledermäuse stehen unter strengem Schutz, dennoch sind viele Bestände stark bedroht – vor allem durch den Verlust von Quartieren bei Sanierungen und Fällungen, durch den Rückgang von Insekten, durch Lichtverschmutzung und durch Störungen im Winter, die lebensgefährlich sein können, weil sie wertvolle Energiereserven kosten. Umso wichtiger sind sichere Quartiere wie die Schlossruine.
Der Fund zeigt, wie wertvoll unser Schulumfeld auch für den Artenschutz ist. Künftig soll die Entwicklung der Populationen weiter kontrolliert werden, und es wird überlegt, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern zusätzliche Sommerquartiere (Wochenstuben) in der Ruine zu schaffen, damit Fledermäuse nicht nur im Winter, sondern auch zur Aufzucht der Jungen geeig-nete Rückzugsräume finden.
Foto: Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) in der Schlossruine Werl, N. Nierling









